SIEB.10/SATIRE/

Warnung vor dem Troll!

Da hier immer wieder einige der im folgenden Interview beschriebenen Trolle***) und andere Existenzen aus de.sci.philosophie ihr Wesen treiben, kann es vorkommen, dass diese Sie, werte LeserIn, auf deren internet-Seiten entführen.
Den Herausgebern ist es trotz aller firewalls und security packs nicht gelungen, dieses Problem vollständig in den Griff zu bekommen, sodass Sie gebeten werden, in diesem Fall den back- oder Rückwärts-button zu verwenden, um zu derselben Textstelle zurückzukommen und weiterlesen zu können! (W.S.)

Bitte beachten Sie daher daher das von uns für diesen Zweck erfundene Trollometer****), bei dem sich aus der Laufdifferenz der beiden Spuren für Experten die Annähung voraussagen läßt:

Wegen zu, geschlossen.

Es war einmal und ist nicht mehr
O Hudiglou, ein Teddybär ....
der ass die Milch und trank sein Brot
und als er starb, da war er tot.
www <at> hjp.ch

de.sci.philosophie - revisited

Das folgende Interview für das lit-e-zine SIEB.10 mit dem bekannten internet-Experten und web-Forscher Prof. DrWWW 8-}) ws führte der Herausgeber des e-zines persönlich. Das Gespräch fand im VIP-Raum der extraterrestrischen cyberstation de.talk statt. Die hier veröffentlichte Fassung des Gesprächs wurde von Prof. 8-}) ws für die Veröffentlichung autorisiert.

 

SIEB.10: Es freut uns, dass Sie nach der anstrengenden Reise durch ...

8-}) ws: Ich bitte um Verzicht auf small talk - kommen wir zum Wesentlichen.

SIEB.10: Woher kommen Sie ?

8-}) ws: Meine letzte Expedition führte mich nach de.sci.philosophie, einem in den letzten Jahren aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwundenen eher dunklen und verschwommenen Bereich des cyberspace - manche sprechen auch von einem schwarzen Loch, in welchem manche Experten noch ein weites Betätigungsfeld für tiefergehende Analysen vermuten. Während sich in de.sci in fast allen Landesteilen die neue Zeit durchgesetzt hat, hausen in der Provinz de.sci.philosophie noch Wesen, die sich den Anschein geben, lebendig zu sein, jedoch virtuelle Abkommen von längst ausgestorben vermuteten Lebewesen der Trias, wenn nicht der Kreidezeit darstellen. Diese sind mitunter sehr scheu und nur wenige haben sie bisher zu Gesicht bekommen.

SIEB.10: Sie haben ...

8-}) ws: Ja, ich hatte das seltene Glück, einigen dieser in mentaler Abgeschiedenheit und unbehelligt von den Entwicklungen der Neuzeit dahinvegetierenden Gestalten leibhaftig zu begegnen.

SIEB.10: Können Sie da etwas konkreter werden?

8-}) ws: Nun, ich fand in einer entlegenen Waldhütte eine sich Uwe Flehmig nennende finstere Gestalt, die offenbar nicht in der Lage ist, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen oder auch umgekehrt. Daher lebt er folgerichtig in einer Waldhütte, weiss aber nicht, dass es sich um eine Hütte im Wald handelt und um kein Baumhaus - daher gründet sich seine lokale Existenz auf ein wahrnehmungs- und empfindungsmäßiges Paradoxon. Gelegentlich - wenn er sich in seiner unklaren Existenz zu wohl fühlt - macht er sich mit einem in unmittelbarer Nähe und unter ähnlichen Umständen hausenden Subjekt Manuel Schmidt auf die Suche nach Stachelschweinen, wobei beide sich aufgrund ihres paradoxen Denkens nicht auf die Feststellung eines solchen einigen können, sodass beide nicht in der Lage sind, das vor ihnen grunzende und auf den Todesstoß wartende Tier rechtzeitig zu erkennen. Denn entweder hoffen sie auf irgendeinen gemeinsamen Input der Außenwelt, oder sie zweifeln generell an der Existenz von Stachelschweinen, was ebenfalls ein Paradoxon darstellt, denn wie wissen sie dann überhaupt, dass die sich auf Stachelschweinjagd befinden? Daher bleibt es vollkommen unklar, wieso sich diese beiden jemals darauf verständigen konnten, dass sie sich auf der Jagd nach Stachelschweinen oder auf in Laubhaufen befindliche Riesenigel befinden, die sie ebenfalls manchmal belästigen. Das entspricht in keiner Weise unserer täglichen Erfahrung und daneben auch keineswegs unserem Wissen darüber, wie man mit Stachelschweinen regelkonform kommuniziert.
Auch zur stachelschweinigeligen Sexualität und ihrer sumpfigen Umwelt besitzen diese beiden EinwohnerInnen (bei beiden ist das Geschlecht äußerst fraglich!) nach eigenen Aussagen ein radikales Verhältnis, "denn wenn Du Dir mal irgendeinen kinosaalfüllenden Schmachtfetzen aus Holywood mit irgendwelchen silikonbewehrten, dafür gehirnamputierten Weibern/irgendwelchen gesichtshautgestrafften Schönlingen mit 'nem IQ eines Schimpansen und eiweißpräparatgetränkten Muskeln antust, wirst Du, sobald Du wieder draußen bist aus der Calvin-Klein-bzw.-Joop-Duftwässerchengetränkten Atmosphäre eines solchen Volksverdummungspalastes, unschwer feststellen können, daß die gehirnamputierten Weiber, die im Dunkel des thx-soundumfluteten Saales um Dich herum saßen, nicht minder verblödet sind wie ihre Leinwandvorbilder: Sie kleiden sich genauso, so schwallen dieselbe Scheiße daher und zweifellos wollen sie auch genauso gefickt werden, wie's die männliche Knalltüte auf der Leinwand scheinbar mit seinem weiblichen Pedant getrieben hat. Und die Werbung suggeriert diesen armen Schweinen dann auch noch, daß all das Ausdruck höchster Individualität sei! Letztlich hängt das davon ab, ob die sextreibenden Individuen bereit sind, das Risiko einzugehen, in Pangaia nicht nur schön asphaltierter, zweisitzercabriotauglicher Straßen gewärtig zu sein, sondern unter Umständen auch in's Vage führender Trampelpfade, ja, gar nebeliger Abgründe und morastiger Sümpfe. Wäre ein solcher Kontinent nicht ein werbepsychologisch aufgerüstetes Utopia, in dem Hundertjährige die wie zwanzig aussehen in genmanipulierte Äpfel beißen, ohne daß ein künstliches Gebiß drin steckenbleibt, weil sie ja immer Colgate YXZ verwenden, sondern ein Ort, dem neben der Lust auch der Schmerz, neben dem Leben auch der Tod eingeschrieben steht, so wäre das schon ein akzeptables Bild. " Offensichtlich glaubt Flehmig sich hier in einem paradiesischen Urkontinent zu befinden, was manche seiner Verhaltensweisen verständlicher macht. Eine allgemein nur unter "C. von der Apokalypse" bekannte Usenet-Expertin hat diese Form der Wahrnehmung einmal sehr trefflich als "ohnmächtige Wut in wuchernden Texten" beschrieben, womit sie zum Ausdruck bringt, dass sich diese Schwallexistenzen irrtümlich unters "primitive" Volk mischen und ihre Veranstaltungen dicht neben silikonbusigen Dummweibern treiben, um nachher ihren Frust genau darüber regelmässig unbefriedigt ins Usenet zu kippen.

SIEB.10: Woran liegt das?

8-}) ws: Vermutlich bleibt deren Identifikation eines wahrgenommenen Dinges als pansexistisches Stachelschwein zirkulär, d.h., ihre Wahrnehmung wider- und zerlegt sich selbst, weil dann selbstredend Innenwelteinflüsse dafür verantwortlich zeichnen, dass sie also etwas (was dann erkennend, also unter den Bedingungen hinzukommender konstruktiver Leistungen eben nicht "Stachelschwein" heißt) wahrnehmen und schließlich "als" Stachelschwein erkennen können, obwohl das natürlich schon längst das Weite gesucht hat. Daher sind Stachelschweine in dieser Gegend nicht vom Aussterben bedroht. Sie haben offensichtlich ein Synchronisationsproblem ihrer Eigenzeit, was sich in ihrer Sexualität massiv äußert.

SIEB.10: Das ist erfreulich. Haben Sie eine Erklärung für die Randständigkeit dieser Existenzen?

8-}) ws: Wenn man länger mit ihnen in Kontakt ist, dann zeigen sie nach anfänglich normalem Verhalten, wenngleich ausufernd und die intendierte Sache meist verfehlend, einen starken Hang zu Kakophonie.

SIEB.10: Das ist unerfreulich. Haben Sie eine Erklärung dafür?

8-}) ws: Vermutlich besitzen sie keine autonom konstruierenden Gehirne, die jemals zu einer regelkonform angewandten Begriffskonstellation wie "das ist ein Stachelschwein" gelangen können. Sie besitzen also nicht die Fähigkeit, syntaktische und semantische Kreisprozesse zu bilden und diese auch anzuwenden, sodass sie sich angesichts einer immer komplexeren Welt in einer evolutionären Sackgasse befinden, gleichwohl sie natürlich nicht in Lage sind, diesen Endzustand als Sackgasse zu co-konstruieren, vielmehr stoßen sie angesichts ihrer Ausweglosigkeit jede nur erdenkliche "gequirlte Kacke" aus, die anscheinend eine Ersatzhandlung für intellektuelle Co-Masturbation darstellt, zu der sie anscheinend ebenfalls nicht wirklich fähig sind. Nichtsdestoweniger befestigen sie am Beginn der Sackgassen ein Schild mit der Aufschrift "Kehre", wobei unklar bleibt, ob sie dieses an eine Umkehr gemahnen soll oder daran, nachher die Kacke auch wieder wegzukehren.

SIEB.10: Können Sie das für unsere LeserInnen genauer darlegen?

8-}) ws: Ich will das einem Beispiel des schon erwähnten Uwe Flehmig darlegen, der sich in einer wahren Philippika zu nennenden Brandrede mit den Verhältnissen in diesem Randbereich des Cyberspace und den dort sich umhertreibenden Wesen auseinandersetzte - oder besser ausgedrückt - sich mitten in diese "gequirlte Kacke" rotierte und gleichzeitig neue blubbernd exkrementierte, dass allen Hören und Sehen vergangen wäre, ja wäre, wenn überhaupt jemand anwesend gewesen wäre. Ich rekonstruiere mit Hilfe meines Voice-Recorders: "Ich sag's jetzt mal ganz platt: (…) Das Troll- und Spinnerproblem hat doch aber eine ganz andere Dimension. Da geht's doch genaugenommen zumeist gar nicht um wirklich fachlich relevante Fragen, sondern um esoterischen Scheißdreck, pseudoreligiöses Gebrabbel und Gestammel, das in sog. Managerseminaren aufgeschnappt, nicht richtig verdaut und dann hier und anderswo bis zum Erbrechen wiedergekäut wird. Das Problem läßt sich m.Ü.n. ("mit Übelkeit notiert"; W.S.) von zwei Seiten her anschauen: Einmal ziehen diese unsäglichen Gestalten einen ganzen Rattenschwanz von Trittbrettfahrern aus groups nach, die sie schon mehr oder weniger fertiggemacht haben (schau' Dir dazu nur mal das letzte posting an, daß den Namen Schüpbach im Betreff trägt - es gab und gibt groups, wo etliche solcher Schwachsinnsbeiträge am Tag abgesetzt werden und es finden sich auch immer wieder Idioten, die darauf antworten), und andererseits gibt's offenbar auch unter einigen Regulars den unstillbaren Drang, sich mit solchen Knallkörpern wie Joss auseinandersetzen zu müssen oder zu wollen. Ich hab' das in dieser Gruppe vor ein paar Wochen schon mal angesprochen, als man sich ja nicht mal entblödete, schon im Betreff auf Joss & Co. einzugehen. - Will sagen: es hat doch eigentlich höchst selten 'ne fachliche Dimension, wenn die Troll-Threads überhand nehmen, sondern es scheint so zu sein, daß zu wenig fachlich relevante Beiträge eingestellt werden, um ein Gegengewicht gegen den Stuß aus der Kalder/Joss/Schüpbach-usw.-Ecke bilden zu können. Natürlich könnte es sein, daß die gegenseitigen Beleidigungen und Inkompetenzvorwürfe der Fachkundigen diverser theoretischer Ausrichtung untereinander dazu beitragen, daß überhaupt ein Gruppenklima entstehen kann, wo sich dann lifestylig angehauchte, intellektuell unterbelichtete, pseudophilosophische Digest-Orgien inklusive entsprechender Amazonrezensionen (!) ein schauriges Stelldichein mit religiös-fundamentalistischem Kreationismus-Nonsense hier und altklugen Statements, abgefaßt in schlechtem Deutsch und destilliert aus der halbverdauten Lektüre irgendwelcher populärwiss. Schwarten dort geben! Das denkbar simple Strickmuster, dem solche - letztlich neo-manichäischen - Denkstrukturen entspringen, ist zuunterst, davon bin ich zutiefst überzeugt, selbst nur die Fortführung der Theologie mit anderen Mitteln! Wer den GW einen mehr oder weniger verknusten Vorwurf daraus machen möchte, daß sich auf ihren Spielwiesen die großen ideologischen Grabenkämpfe abspielen, verkennt, wie sehr ihr vermeintliches besseres wiss. Pendant selbst bis zum Hals in der Scheiße steckt." Wie man aus diesem Zitat unschwer ersehen kann, bewegen sie sich ziemlich hilflos paddelnd im Kreis einer schillernden braunen Sauce, die sie in ihrer dunklen Verblendung und aufgrund ihrer sich unter Temperatureinfluss wandelnden Konsistenz für so etwas wie Schokolade halten! "Mitnichten!" möchte man ihnen zurufen, doch verstehen sie immer nur "Mit Nichten!" und begeben sich auf die Suche nach verwandten weiblichen Seelen, die in diesem dünnschissbesiedelten Areal aber die Ausnahme darstellen.

SIEB.10: Eine für uns Normalsterbliche wohl unerträgliche Form von Existenz, von selbstentäußertem Dasein?

Da sich diese Wesen in ihrem alltäglichen Dasein allein aus dem heraus verstehen, womit sie zu tun haben und nicht aus dem, was sie selber sein könnten, existieren sie meist nur uneigentlich, sind also ihrer Sackgasse mit Haut und Haaren verfallen, statt die Möglichkeit ihrer Existenz zu ergreifen. Es kommt zu einer Überflutung der Sackgasse mit Radikalismen, wobei zwar die Gefahr besteht, die Produzenten könnten darin ertrinken, jedoch gelingt es ihnen anscheinend auf wundersame Weise, sich aus dieser Lage wieder zu befreien. Hier handelt es sich wohl um einen der Wissenschaft noch unbekannten Trick der Evolution, die diese Spezies bis heute vor dem Aussterben bewahrt hat. Ich gäbe viel, könnte ich dieses Entkommen mit eigenen Augen beobachten. Systemveränderung durch Information, sprich Kognition, finden bei ihnen mangels Dialektik nämlich nicht statt. Zwar treffen zwei ständig sich verändernde Systeme aufeinander, die geprägt sind von gedankenkeimenden Aversionen und occam-erigierten Perversionen, sie wissen also selber nicht, welchen intro-ejakulativen Prozess sie auslösen und sie entgleiten sich selber frei flottierend von einem Moment auf den anderen. Aber sie tragen ein Banner hinter sich her: "Ceterum censemus Stepkem esse delendum!" Was natürlich in Verbindung mit Sackgassen bzw. dem Schild "Kehre" verheerende Folgen haben kann …

SIEB.10: Also liegt noch viel Forschungsarbeit vor ihnen?

8-}) ws: Ja. Wenngleich hier einige meinen, dass erst das Verhalten zum möglichen Ende des Daseins diesen Wesen deren eigentliche Sackgassenexistenz enthüllt. Wir bezeichnen das im Fachjargon daher auch als "Sackgasse zur Kacke" ("SazuKa"). Es scheint für diese Lebewesen logisch, schon zu Lebzeiten zu diesem Ende vorzulaufen, also in der Vorwegnahme ihres endlichen Daseins und in der Übernahme des eigentlichen Seins zum Tode die Wahl des eigentlichen Selbstseins gleich unter einem vorzunehmen. Was aber inhaltlich ein solches eigentliches Leben auszeichnen sollte, bleibt weitgehend im Dunkel. Ihr Existenzmotto hängt daher auch über allen Waldhütten in morsche Rindenstücke eingebrannt: "Wir alle sind entschlossen, aber keiner weiss wozu!".

SIEB.10: Haben Sie etwas über die Fortpflanzung in Erfahrung bringen können?

8-}) ws: Hier tappt die Forschung noch im Dunkeln! Es steht fest, dass sich manchmal hinter Felskanten auch weibliche Wesen dieser Spezies verbergen, allerdings dominiert auch hier der männliche Duktus.

SIEB.10: Wie ist das zu verstehen?

8-}) ws: Vom äußeren Erscheinungsbild unterscheiden sich diese kaum von den unzweifelhaft männlichen Formen, allerdings ist die typische Erscheinungsform die loghorroetische. Ich hatte während meines kurzen Forschungsaufenthaltes in de.sci.philosophie eine von den Einheimischen als Verena Link bezeichnete ontologisch-phänotypische Manifestation zu Gesicht bekommen. Im Gegensatz zu den männlichen Wesen besitzen so genannte weibliche offensichtlich weder ein Organ für Ironie noch eines zur Erkenntnis ihrer selbst - sie sind also weiblich, wissen es also nicht. Sie flüchten sich in apriorische Scheinwelten, die sie mit Qualia und dergleichen füllen, wobei sie sich manchmal auf den richtigen Weg aus der Sackgasse zu begeben scheinen, letztlich aber doch in den inzwischen erstarrten Sumpf zurückstolpern.

SIEB.10: Worauf führen Sie das zurück?

8-}) ws: Hier ist sich die Wissenschaft noch uneins. Wenn man diese Sackgassen als evolutionäre Nischen betrachtet, dann spricht einiges dafür, dass sich hier eine wechselseitige Anpassung der belebten und unbelebten Existenzen entwickelt hat, also eine Verschmelzung von Materie und Antimaterie. Typisch ist dabei etwa die Apotheose der Fruchtzwerge, die Angst vor dem Gefressenwerden entwickeln. Diese in kleinen Gruppen in Plastik verschweißten Existenzen beschwören die angstkompensierende Wahnvorstellung herauf, sie seien Menschen (Identifikation von Täter und Opfer) und können somit nicht von anderen Menschen gefressen werden. Zur Selbsbestätigung dieses Wahnsystems tauchen sie hier in de.sci.philosophie auf um mitzuexistieren. In der Wahl des Themas (Angst) taucht jedoch durch die Hintertür (Wiederkehr des Verdrängten) das verdrängte, ursprüngliche Motiv des Fruchtzwergs in philosophischer Sublimierung auf, dem sich jeder Fruchtzwerg irgendwann stellen sollte: Das existentielle Bedrohtsein des Fruchtzwergs durch ein menschliches Schleckermäulchen. Hier hilft nur eine radikale Katharsis - die Folie abziehen und raus aus der Verpackung und hinein in den flüssigen braunen Sumpf. Nach der gängigen Lehre werden sich diese Randexistenzen aber wohl über kurz oder lang in Nichtexistenz auflösen - aber erinnern wir uns daran, dass auch Säugetiere wieder ins Meer zurückgegangen sind und zu Walfischen wurden. Allerdings müsste hier ein radikales Umdenken bei den Fruchtzwergen stattfinden ...

SIEB.10: Glauben Sie daran?

8-}) ws: Hannelore Brigic, eine Spezialistin in der Erforschung weiblicher Existenzformen in de.sci.philosophie, die gelegentlich in diesen entlegenen Gefilden ihrerseits auf Wildschweinjagd geht, konstatierte jüngst wenige Anzeichen einer Veränderung. Für sie ist das Bestehende Ausdruck der Zerstörung der Existenz, da in der endgültigen Nichtauflösung ein handlungsfeindliches Element enthalten ist. Diese Wesen würden durch das Allgemeine ihrer Kacke nivelliert, verdeckten so die Mittelmäßigkeit, schafften Masse anstatt einzelner, innerlicher Lebewesen. So ist die bestehende Ordnung der Stachelschwein- und Großigeljagd ihrer Fachmeinung nach eine destruktive Gemeinschaft und spiegelt nur die Jagd vor, wo keine ist. Damit sei einem Ausverkauf der Sackgassen Tür und Tor geöffnet. Sie konzediert allerdings, dass das kontinuierliche Erleben in diesen Nischen logisch genauso wenig fassbar ist wie die am Ende immer vollgekackte Gegenwart. Sie ortet im Übergang und in der Gegenwart irrationale Grenzlinien, die logisch nicht greifbar sind - vielleicht mit AUsnahme der Fruchtzwerge. In dem Moment, in dem ein forschender Geist diese Existenzen zu fassen sucht, existieren sie schon nicht mehr, da sie sich in ihre vergilbenden Folianten zurückgezogen haben, die sie in Zeiten der Holznot schon manchmal zum Heizen ihrer Waldhütten benutzen. Brigic erkannte messerscharf: "Jede Waldhütte ist doppeldeutig, sie schließt ein und sie schließt aus!" Dem ist wenig hinzuzufügen. Vielleicht noch eine masochistische Tendenz zum Selbstmitleid - Hans Joss, ein Sackgassentroll von höchsten Gnaden (sic!), ergießt sich in Elogen - ich zitiere aus dem Gedächtnis seine Reaktion auf eine wissenschaftliche Untersuchung zur Feststellung seines Trollstatus: "Weisst du, dass dein Handeln *sehr boshaft* ist, extrem verletzend ist und sehr viel Leiden erzeugt und extrem Schmerzhaft ist ? Als Pädagogik-Lehrer solltest du den Menschen zeigen was für boshafte Menschenverachter sie sind, wenn sie Menschen wegen einer Invalidität als blöd, ungebildet, minderwertig und als Abschaum behandeln, auslachen und nicht ernst nehmen. Ich hoffe, du hast was gelernt. Also, mache des *** NIE *** mehr !!!!!! Denn solcherart Handeln ist bewusste Bosheit und - gerade als Pädagoge - mit nichts entschuldbar. Du hast als Pägogie-Profax mitmenschliches Vorbild zu sein und nicht ein Vorbild der boshafter Menschenverachtung. Deine Verantwortung ist gross. Wehe dir, dein Vorbild ist Menschenverachtend. Du wirst sonst viele, viele tief leidende Opfer haben. **) Ich wünsche dir (...) viele Spass bei deiner ernsthaften Vorbereitung zum ehrwürdiges Mitglied der Gemeinschaft der Höllenbewohner. Es wird dir dort garantiert nie langweilig sein." Wie man an der sprachverachtenden Formulierungen erkennen kann, sträubt er sich in seinem Innersten gegen seine Existenz und projiziert sein krankes Dasein in seine Umgebung, die ihm wohl vergeblich helfen möchte, aus seiner Sackgasse herauszufinden. Dieses nicht untypische Exemplar eines Trolls wird übrigens von einer Reihe von Kleintrollen begleitet, die Beifall kläffend im Joss'schen Schatten ihre intellektuelle Notdurft verrichten.

SIEB.10: Abschließend noch eine Frage: Wann werden Sie de.sci.philosophie wieder eine Forschungsreise widmen?

8-}) ws: Da die Forschungsgelder in diesen Zeiten nur für wesentliche Ziele ausgeschüttet werden, ist das schwierig zu beantworten. Vor allem da in letzter Zeit halbseitig-lobotomisierte Crossposter wie etwa Guido Stepken auftauchen, die nach Toc-for-Toc-Attacken in bester Schuepbach-Manier (auch nach Bernfried Beudelbeiss) die Newsgroup total verplonken, sodass sich bald nur mehr Hirnwichser (das sind bekanntlich user, die wahllos fremde Texte und Gedanken als ihre Samenspenden - von Frank Kalder, der Wechselintelligenz Stepkens - auch gerne als Gedankenkeim*) bezeichnet - disseminieren) und abuser darin finden lassen, was zwar aus meiner Fachperspektive ein reizvolles Forschungsunternehmen ergäbe, für das aber kaum Geldgeber zu finden sein werden, es sei denn, diese hätten einen Brigicschen Horizont von Flehmigscher Weitsicht. Über die schon erwähnte Spezialistin Hannelore Brigic schreibt dieser Gedankenkeimer Guido Stepken (in für diese Species typischer Weise die Selbsterkenntnis projizierend; W.S. gekürzt): "Du meinst ehrlich zu sein, bescheißt dich jedoch gedanklich selber, und bist dann davon überzeugt, Du wärest ehrlich. Das Problem haben überraschenderweise sehr viele Frauen. Sie haben sich ein zweites Ich angeschafft, als Ausweg vor Grenzüberschreitungen in der Kindheit, meist durch Männer verursacht. Dieses 2. Ich ist dann, im Gegensatz zu normalen Frauen, die Realität und Vorstellung von Realität sauber trennen können, eine Art gedankliche Realität von der Realität, die sich mit dem Bild der Realität, welches wir alle haben, vermischt. Kurz - eine Vorstufe der Schizophrenie, verbunden mit leichtem Realitätsverlust, der mitunter schlimmer wird, wenn noch große Ängste mit ins Spiel kommen". In dieser Beschreibung zeigt Frau Stepken ihre Wunschvorstellungen hinsichtlich einer maskulinen Existenz, die ihr auf Grund der pausenlos explodierenden Gedankenkeime ein scheinbares Intellekt-Ejakulat vorgaukelt, die in Wahrheit nicht existiert. Diese Transsexualität äußert sich etwa in Äußerungen wie dieser: "Die Apostel haben sehr viele Geschichten der Sumerer in die Bibel einfach übernommen, und dabei sogar viel Scheiße geschrieben: á-dam heißt nicht Adam oder Mensch (hebräisch), sondern ist sumerisch und heißt "Menschengewimmel". Aus diesem Menschengewimmel dann ist eine Eva heraus entstanden, bzw. in den Blickpunkt gerückt." Seine Existenzform wird von manchen Fachleuten deshalb auch ironisch-trefflich als *wild wimmernd wimmelnd* (3w) bezeichnet.

SIEB.10: Sie sprechen die Stepkensche bzw. Kaldersche Transsexualität an; wodurch kam diese zu Stande?

8-}) ws: Durch zu- und beifällige Selbstkastration. Wieder Stepken im O-Ton:"Frei nach William von Ockhams Rasiermesser entledigt sich der frei denkende Mensch aller Gedankengebäude oder Religionen, deren Thesen bzw. Gedankenkeime zweifelhaft, unbestätigt, nicht zwingend notwendig sind, wobei der Freidenker stets und gerne auch auf freiwilliger Basis durchaus auf Teile zurückgreift, um die inneren und äußeren Zusammenhänge der Tatsachen erkennen zu können". In dieser Äußerung werden sowohl das Werkzeug (Rasiermesser), der Gegenstand (Teile, auf die er zugreift) als auch das Ergebnis (Freidenker) benannt, wobei diesen dann der Möglichkeit zur Gedankenkeimerei eigentlich beraubten Scheinexistenzen nur mehr der Gang zur Holzhütte bleibt, in der die Forscherin Brigic mit dem ihr eigenen Fanatismus diese sowohl entmannten als auch entweibten Existenzen freudig erwartet. Begleitet wird dies durch "justiziable Grenzverletzungen" und schärfstes Protestgeschrei nach dem Herausnehmen des Namens im Sinne einer weiteren Schadensbegrenzung - etwa im Sinne: "Ich möchte auch so berühmt sein und darin vorkommen!" Daher auch huch hier kurz der O-Ton: "Insbesondere ist dadurch noch ein Kollateralschaden eingetreten, dass andere Poster die Schmähschrift kopierten, und sie somit in unkontrollierbarer Weise verbreitet wird. Soweit es mich betrifft, stehe ich den Trolls, gegen die hier zu Felde gezogen wird, größtenteils sehr distanziert gegenüber. Wenn ich mich auf Diskurse mit ihnen eingelassen habe, so geschah dies, meinen Standpunkt ihnen gegenüber klarzumachen, was nicht immer optimal fruchtete - aus den Gründen, die ja im Usenet bekannt sind." Dadurch, dass diese kollaterierenden Wesen sich in solcher Weise selber durch den Kakao ziehen, von dem sie auch noch trinken, ist natürlich umwerfend, unwissenschaftlich und empirisch nicht justiziabel, was aber erst durch eine einzuleitende juristische Überprüfung und Kommunikationsbegutachtung in einem weiteren Versuch geprüft werden muss.

SIEB.10: Das klingt interessant, aber wer soll das alles finanzieren?

8-}) ws: Ich werde demnächst versuchen, das Projekt "Man muß nur den Mut haben, so richtig viel Blödsinn zu denken" beim philosophischen Forschungsfonds einreichen, denn vielleicht findet sich in der abgebrannten Holzhütte ein pralles Sparschwein, dem man in intentionalem Zufall eine verpassen kann. Zumal bei der Auswahlkommission wieder die allsiebenjährige Gehirnvermatschung ansteht, die sich im PET der vorigen Wochen schon deutlich abzeichnet - offensichtlich geht diese mit der vorhin beschriebenen rasiermesserscharfen Befreiungsaktion einher. Seit Mai läuft übrigens unter dem thread "trollversuch" ein bisher sehr erfolgreiches, vorbereitendes Experiment, bei dem den beteiligten Trolls ein Knochen in Form eines subjects vorgeworfen wurde, an dem sie ihre Trollnatur so richtig ausleben können, wobei der angenehme Nebeneffekt eintritt, dass sie in dieser Zeit weniger die anderen ernsthafen Performanzen stören. Das ist eine ganz billige Variante eines online-Experiments und kommt derzeit auch ohne staatliche Subvention aus - es hat auch noch den Vorteil, dass in diesem selbstreferentiellen System "troll" die typischen Eigenarten besonders gut zu Tage treten - wobei hier wohl eher von Nacht bzw. Umnachtung die Rede sein müßte. Schon nach wenigen Tagen konnte man an der Frequenz dieses threads sehen, wie perfekt determiniert diese trollls doch sind, wobei das in manchen Forscherkreisen als Autosadismus bezeichnet wird, während ich hier eher dem guten Sacher-Masoch den Vortritt lassen möchte. Übrigens entwickelte sich dieser thread fließend aus dem thread "Schweizer", wobei vermulich diese typischen helvetische Merkmale von heißem Käse verantwortlich sind, da dieser bei einem gewissen Temperaturpunkt flüssig wird und dann in der Folge zu einer manchmal auch bräunlichen Kruste erstarrt, also eine ideale Verbindung mit der schon vorher erwahnten braunen, gequirlten Flüssigkeit eingeht. Vermutlich werde ich auf Grund des durchschlagenden Erfolgs der experimentellen Strategie diese Gegenden schon im nächsten Urlaub - also selbstfinanziert (pecunia non olet; W.S.) und mit eigener Faust aufs Trollauge - aufsuchen, aber auch das ist - wie alles in de.sci.philosophie und überschwappend nach de.sci.psychologie - extrem ungewiss.

SIEB.10: Können Sie uns ein wenig über das design Ihrer Untersuchung verraten?

8-}) ws: Ich werde dabei ein gemischtes design verwenden, wie es ja dem Untersuchungsgegenstand angemessen ist. Vor allem werde ich die "Adler-Henne"-Strategie anwenden …

SIEB.10: Was sollen sich unsere LeserInnen darunter vorstellen?

8-}) ws: Das ist ganz einfach: Man setzt sich als Adler verkleidet mit der eben gefassten Beute - welche ist völlig irrelevant, obwohl ich hier vorwiegend ausgewiesene Trolle und dgl. bevorzuge - auf einen hohen Baum direkt über einer kleineren Ansammlung von zu untersuchenden Hennen in de.sci.philosophie, etwa auf den Baum der "Spiegelneuronen" und läßt beiläufig einige Brocken oder Fleischfetzen nach unten fallen - nicht zuviele, denn dann tritt bald Habituation ein und der zu zeigende Effekt bleibt aus. Es dauert nach neueren Erkenntnissen (Stand Juni 2004) ca. 3-5 postings, bis die Hennen über diese fallengelassenen Beutestücke unter unflätigem Gezeter herfallen, wobei sie hier vor allem quantorenlogorrhoetische Unlaute ausstossen …

SIEB.10: Wie hören sich solche Laute an?

8-}) ws: G == Ga! Ga => Gk! (G == Ga) => (G == Gk)! G == Gk.

SIEB.10: Das klingt tatsächlich ein wenig wie Gegacker?

8-}) ws: Sie sagen es! Solange genügend Beutestücke, also wahre und wohlgeformte Objekte vorhanden sind und sie sich kollektiv darüber hermachen können. Durch die und/oder Manipulation und einen ungültig-unglücklichen modus ponens werden aber daraus Beutelstücke, die aus den ursprünglichen Ketten einzelne SÄTZE herausreißen und mit mehrfach apostrophierten wenn-dann Atomen, also z.B. Ga''' => Gk'''' ihre Kontrahenninen beeindrucken wollen. Allerdings tritt auf Grund ihrer intellektuellen Engstruktur (sie gehen von einem beliebig großen Vorrat an Atomen aus) bald eine Verknappung der Ressourcen und somit eine reduktive Ersetzung statt, die bei dem offensichtlich plötzlich doch realisierten Mangel an Beute bzw. jetzt eben Beutel dazu führt. dass sie sich vice versa Fetzen herausreißen, über die sie ihrerseits nun noch aggresiver herfallen. Diese Aggression entäußert sich durch innere Negation der positiven Erfüllungsmengen, reduziert also den Wahrheitsgehalt leerer Subjekte noch weiter, sodass schließlich nur mehr der Erhaltungssatz der Nichtexistenz gibt, also das, was ich eingangs schon befürchtet hatte. Aus diesen quasisyntaktischen Unwesen werden durch die permanente Durchlöcherung Windbeutel, aus denen der Rest an gruppierten Regeln schlagartig entweicht, indem die Projektion auf tautologische Axiomenschemata erfolgt. Dadurch kommt es zu einer spontanen Mutation, indem aus den Hennen Hähne werden, wobei ihnen ein veritabler semantischer Kamm schwillt. Ab diesem Stadium entwickeln diese Hühnerhennenhähne - in der Fachsprache nennt man sie daher auch trefflich kurz HHH - ungeahnte Aggressionen, wobei sich das in einem permanenten Aufplustern der durch gegenseitige Attacken immer weniger werdenden Federn manifestiert. Bald entpuppen sie sich als Nackthühner (gallina nuda; W.S.), wie man sie in diversen Legebatterien auch hierzulande beobachten kann. Die Beschreibung des nun folgenden Gemetzels sollten Sie aber Ihren LeserInnen ersparen, denn auch die beobachtenden Adler suchen an diesem Punkt das Weite, da sie den erbärmlichen Anblick nicht ertragen können. Daher auch das geflügelte Wort: "Auch Adler haben Hirn und Herz, und fühlen dir gleich Wahn und Schmerz!"

SIEB.10: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

8-}) ws: Ich wusste es!


Die ersten Berichte über den erfolgreichen Trollversuch erreichten bereits die Redaktion des e-zines, wobei die Daten noch in Rohform vorliegen - sie reichen nach Meinung des Trollexperten DrWWW 8-}) ws jedoch aus, sich ein klares Bild über die Persönlichkeitsstruktur zu machen, wobei hier vor allem die Unfähigkeit heraussticht, die Personen in der Wahrnehmung - manche sprechen auch von Wahnnehmung - auseinanderzuhalten, denn offensichtlich gerinnt in den Gehirnen dieser Wesen alles zu der schon im Interview erwähnten Flüssigkeit, die versehen mit einigen wenigen Gedankenkeimen sich quer durch de.sci.philosophie ergießt.

Zum Trollversuch in de.sci.philosophie

 


Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig, die Namen der betreffenden Personen sind frei konstruiert bzw. wurden soweit verändert, dass keinerlei Rückschluss auf mögliche und tatsächliche vergangene oder zukünftige Ereignisse gezogen werden können.

*) Gedankenkeime werden im innergruppelen Jargon als Gedankenkeine bezeichnet, was ihrem Charakter offensichtlich näher kommt.

**) Hier wird Text unterschlagen

***) Trollbild entstanden unter Verwendung von http://droeppez.de/droeppezr.gif (04-06-09)

****) Woher die Trolle kommen, wissen nur Trolle.


Nach Redaktionsschluss erreichte uns eine kindgerechte Fassung einiger Ereignisse in de.sci.philosophie von Johannes Pietsch*), der in de.sci.psychologie mit Follow-up nach de.sci.philosophie und de.alt.gruppenkasper unter dem Thread "Erfahrung, Erkenntnis, Glaube, Gefühl gegen Vernunft und Logik !" schrieb:

Das Märchen vom kleinen Urselputtel und vom großen Usenet-Zauberwald

Es war einmal, vor noch gar nicht allzu länglicher Zeit, da lebte in einem 
fernen Land ein kleines Mägdelein namens Urselputtel. Weil das Urselputtel ein
bisschen dümmer war als all die anderen kleinen Kinder, sich häufig komisch
benahm, öfters mal konvulsisch zuckend mit dem Kopf gegen irgend welche
Brückenpfeiler knallte oder sich mitten im Supermarkt in die Fleischtheke
setzte, kamen eines Tages ein paar ganz große, nette Männer, und die
holten das Urselputtel für viele Jahre in ein großes, tolles Zauberschloss.
   
Dort machten die großen Männer ganz viele lustige und spannende Spiele
mit dem Urselputtel, zum Beispiel Festbinden am Bett oder geheimnisvolle
Zaubersubstanzen verabreichen oder ganz tolle Zappelspiele mit
geheimnisvollen Drähten.
   
Eines Tages bemerkte das Urselputtel jedoch, daß sich rings um das
Schloss der geheimnisvolle, verwunschene Usenet-Zauberwald befand. Und
da fasste es sich ein Herz, ein 28K-Modem und sein Zwangsjäckchen und
lief hinein.
   
Hei, das war aufregend im Usenet-Zauberwald, so viele seltsame Wesen
traf es dort, zum Beispiel den kleinschreibenden Ritter 8-}) werner
stangl, der ständig an die Waldtiere irgend welche Arbeitsblätter
verteilte, oder den Waldgeist Sponsel, der immerzu irgend welche
Warnungen, der Zauberwald habe nichts mit "sci" zu tun, an die Bäume
pinselte, oder den edlen Prinzen Ulrich Gresch, der seit vielen, vielen
Jahren auf der ganzen Welt nach den Usenet-Distraktoren suchte, aber
noch nie einen gesehen hatte und auch noch nie jemanden getroffen hatte,
der einen gesehen hatte, und auch noch nie jemanden getroffen hatte, der
jemanden kannte, der von einem gehört hatte, daß der einen
Usenet-Distraktor gesehen hatte, oder den Waldschrat Talbot, der auf
einer Lichtung stand und behauptete, er sei in Wirklichkeit die sieben
Zwerge und jeder, der in den Wald ginge, müsse erst einmal eine
Vorsorgevollmacht unterschreiben.
   
Dann aber traf das Urselputtel den Räuber Guido Stepken, der sah das
Urselputtel und fragte es, ob er beim Urselputtel Redhat Linux
installieren solle. Doch das Urselputtel wußte nicht, was Linux ist, und
so antwortete es dem Räuber Guido Stepken:
   
> hat wer lust, mal zu zählen, wie manche du-'sätze' dieser herr schreibend im
> usenet absetzt? 
   
Und dann sagte es noch:
   
> mir ist es zu blöd, ich zähle lieber anderes als die
> grosskotz-du-botschaften eines kommunikativen einfaltspinsels.
> aber seine schreibe dürfte ein prima beispiel abgeben für völlig
> fehlgeleitete kommunikation 
   
Und weil der Räuber Guido Stepken darauf ziemlich doof guckte, fügte das
Urselputtel hinzu:
   
> und unsäglich dumme zuschreibungen an eine
> person -- die er gar nicht genau kennt -- aber selbstverständlich sich
> anmasst, diese zu 'kennen'
   
Und dann sprach das Urselputtel:
   
> kann die schreibe ja mal ein paar leuten in RL
> geben -- das wäre wohl ein gaudi -- aber am ende nicht für leute wie
> Stepken, die ständig an leuten vorbeischreiben.
   
Da der Räuber Guido Stepken immer noch nichts davon verstanden hatte,
frug er sie, was sie denn damit meine, und das Urselputtel gab zur
Antwort:
 
> guido, armer irrer. macht nichts.
   
Nein, das macht wirklich nichts, dachte sich der Räuber. Doch dann
sprach das Urselputtel zu ihm in:
   
> 'krank' vor hass, der stepken. armes mensch. im übrigen sausen alle formen
> von persönlicher bzw. versuchter beleidigung und anderen einfältigkeiten von
> deiner seite her ungebremst in eine 'mattscheibe', die dsp genannt wird --
> dass das dein 'sci'-stil ist, das weiss ich ja unterdessen.
> es ist halt unklug, guido, andere leute als dein persönliches 'spielzeug' zu
> betrachten -- immer wieder schreibmachen diese 'spielzeuge', was sie wollen,
> da kannst du gift schreibspucken, was du willst und wie du willst -- es
> nützt nichts -- sie werden sich deiner 'machtgier' einfach so entziehen. und
> wer das nicht kapiert, der, die ist 'dumm'. bumm.-
   
In diesem Moment kam der Fuchs Christian Sattler um die Ecke und fragte
erstaunt, was denn hier los sei. Da wortete das Urselputtel ant:
   
> ...und andere plattheiten von herrn 'sattler' -- der regelmässig leute im
> usenet beschimpft -- wenn sie nicht nach seiner 'pfeife' tanzen, um dann
> etwas später wieder grosskotzig was von "FREIHEIT" in grossen lettern ins
> usenet zu tippen und damit zu prahlen: er meint wohl, die unterwerfung unter
> seine persönlichen, 'moralischen' prinzipien sei so was tolles, na ja, diese
> form der selbsteinschätzung ist nicht neu.
> also, herr sattler oder wie du heissen magst (falscher name auch noch!):
> kippe doch deinen grössen- und machbarkeitswahn woanders hin.
   
Das war dann aber sowohl für den Räuber als auch für den Fuchs zu viel,
und beide mußten sich mehrere Stunden lang übergeben und mussten
anschließend mit einer schweren psychosomatischen Störung in das
nächstgelegene Zauberwald-Hospital eingeliefert werden. Das Urselputtel
hingegen hatte inzwischen unter den Waldtieren so viele Fans gefunden,
daß ganz viele von ihnen das Urselputtel über anonyme Remailer
nachahmten und mit dem Urselputtel eine riesengroße Party feierten.
Dummerweise war der Zauberwald anschließend nicht mehr zu gebrauchen,
und er mußte eingezäunt und zur Sondermülldeponie erklärt werden. Das
Urselputtel hingegen nahm den Tarn-Namen Alexandra Kamp an, ging zu SAT1
und wurde als Silikon-Lippen-Model weltberühmt.
   


*) Die Erlaubnis des Autors wurde nicht eingeholt. Die Kürzungen und Korrekturen erfolgten im Sinne der besseren Lesbarkeit ohne Rücksicht auf den Autor, dessen Name wie üblich nicht geändert wurde.

 

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