mirror mirror an der wand, wer hat die schönste liste im land?


ML/NL

1.

Dies ist eine Homepage der Mailingliste Netzliteratur. Sie wird verantwortet von Dirk Schröder.
Der bin ich.
Diese Seite sieht bestens aus, wenn Sie sie auf meinem Monitor dank meiner Software sehen. Bitte.

2.

Sie wollen wissen, was Netzliteratur1 ist? Das ist einer der Lagerfeuerabende mit Gesang und Geschichten. Diese wird in Zeiten der Flüchtigkeit Dauer in einem Medium dokumentieren (verrate ich es gleich: archivieren), das gegenwärtig der Flüchtigkeit schlechthin verdächtig ist.
Dem deutschsprachigen Internet, also einer Rumpfnutzung desselben, nämlich Email, WWW und FTP2. Manche nutzen AOL, CompuServe- und andere Foren.

Inwiefern "Dauer"?

Natürlich kann man alles wieder löschen....
Aber was einmal via WWW publiziert und auf zig Servern gecached, in lokalen Kopien gespeichert ist, das hält eine Weile. 'Gespräche' via Email führen das Archivmoment bereits mit sich.

3.

In den USA gibt es digitale Literatur schon eine Weile. Im deutschen Sprachraum kam sie erst mit dem WWW auf. Wie jedes neue Medium, so wurde auch dieses rasch von Künstlern aller Sorten in Beschlag genommen. So auch von Literaten. Ob sich nun eine neue, spezifische Internetliteratur herausbildet3 - das fragte der Internet-Literaturwettbewerb von DIE ZEIT und IBM 1996.
Hat sich?

4.

Es scheint, dass nicht. Aber man spricht darüber. z.B. in der Mailingliste Netzliteratur. Hier wurde der Stiftungsansatz ("Gibt es was?") beibehalten. Die bislang vergebliche Suche nach dem einschlägigen Werk dient allerdings bloß der Irritation. Denn das internetliterarische Werk existiert und heißt Netzliteratur.

5.

Netzliteratur ist eine leicht fluktuierende Gruppe von Homepagern, Netzkünstlern, emailnutzenden Schriftstellern und Vieldiskutierern, die im Umkreis der gleichnamigen Mailingliste ohne besondere Absicht und einzig vereint durch das Wörtchen das ebenfalls gleichnamige Werk voranschreiben. Es besteht aus unzähligen Emails, Webseiten, einige Telefonaten und sogar ein paar Fotos. Die Autoren sind zugleich die Figuren der Geschichte und schreiben sich sozusagen selbst.

6.

Anfangs wurden Tipps und Tricks unter HTML-Nutzern ausgetauscht, Literaturbezüge angerissen und DAS Werk gesucht. Später kam die Sehnsucht nach gemeinsamen Projekten auf, etwa in Form einer Mitmach-Footer-Story innerhalb der Mailingliste, dann wurde versucht, Netzliteratur zu definieren ("muss 'netzig' sein"), dann organisierte Guido Grigat einen Internetliteratur-Webring bla (der viele, aber nicht alle Teile des Webbereichs der Netzliteratur und anderes umfaßt), schließlich ging Oliver Gassner mit carpe.com die Kommerzialisierung des Literaturtreibens im Netz (keineswegs die der Netzliteratur) ernsthaft an. 1998 fand in Konstanz ein erstes Listentreffen statt.
Somit umfaßt die Netzliteratur heute Teile der Internet-Wettbewerbe (bis Pegasus98)4, des Webring bla, von carpe.com, die Mailingliste selbst, etliche verstreute Homepages und weiteren ausufernden Mailverkehr in weiteren Listen sowie Privatkontakte.

7.

Man kann Netzliteratur nicht einfach lesen, man muss es sich zusammensuchen.
Hier bieten folgende Verzeichnisse einen guten Einstieg:

Webring bla

Ein Webring ist ein einfaches Linknetz das Websites eines Themas aus welchen Gründen auch immer zusammenfaßt. Guido Grigat hat den Webring bla um einige unterhaltsame Features erweitert - so kann man etwa zu jeder beteiligten Seite einen Kommentar6 schreiben (somit auch lesen).

Pegasus98

Der Internet-(vormals:'Literatur')Wettbewerb bietet u.a. ein Archiv aller bisherigen Wettbewerbsbeiträge. Auch das Diskussionsforum (WWW-Board) ist teilweise amüsant, wird jedoch, da einzelne Postings maximal für 100 Tage angezeigt werden, wohl bald verschwunden sein. Zudem finden sich Rezensionen und theoretische Texte sehr unterschiedlichen Niveaus im Magazin.

Hypertext-Literatur

Ein systematischer Katalog digitaler Literatur von Beat Suter. Hervorragend gemacht, aber noch arg unvollständig. Die Mailingliste trug sich lange mit einem solchen Vorhaben und schaffte es nie.

aleXana

  Drei Literatur-Linklisten unter einem (Werbe-)dach:

Markus Kolbecks 'Bibliomanic List', die zu Recht so heißt und unkommentierte Verweise zu einfach allem bietet, also etwa zu Verlagen, Autoren-Fanpages, Veranstaltungen und Buchhandlungen...
Enno E. Peters 'Literatur Magazine Projekte im WWW', ein Verzeichnis vorwiegend gegenwärtiger Autoren im Netz. Mit Special "Schreiben". Kommentiert.
Oliver Gassners OLLi - die neben lebenden auch tote Autoren führt. Ebenfalls kommentiert - durch ein Rezensenten-Team.

DIE ZEIT: Literatur im Internet

Ambitionierte (kommentierte) Linkliste von Parvin Sadigh. Mit Dieter E. Zimmers Verweisen zur Reportage 'Die digitale Bibliothek.'

unterwegs

International orientierte Linksammlung zu Hyperfiction & NetArt (inkl. Theorie und Software).

Homepages der Listenmitglieder

Das klingt prima und meint eine Liste mit kurzen Selbstportraits und netten Fotos, die aber noch nicht existiert. Wenn jemand die Aufgabe übernehmen will - bitte bei mir melden.
 
Archiv der Mailingliste Netzliteratur
- das klingt noch besser und existiert ebensowenig. Guido Grigat will sich mal dransetzen.

8.

Theoretische Texte

  gibt es bald mehr als Autorenseiten - und auch hier werden demnächst einige erscheinen. Bislang besteht Hoffnung auf Beiträge von Reinhold Grether und Mario Hergueta. Wer sich in den Ozean der akademischen Diskurse stürzen will, findet ein großes Angebot an Links auf der Homepage von Sven Stillich (Tabula Rasa 1.0) unter: eben: 'Links'. Nachdenklich stimmende Überlegungen von Regula Erni finden sich in ihrer Schreibstube - ein Kurzeinführung von Johannes Auer im futuristischen Lesesalon der Stadtbücherei Stuttgart.

9.

Wer sich der Mailingliste Netzliteratur anschließen will kann es ja mal versuchen.
Ein Mailingliste ist ein Verteilersystem, das Emails an alle 'Subskribenten' genannten Teilnehmer weiterleitet. Die Mailingliste Netzliteratur nutz hierzu das Programm Majordomo und einen Server, den freundlicherweise die Firma ISJM Heidenheim zur Verfügung gestellt hat.
Majordomo kennt grundsätzlich zwei Adressen: eine für Befehle an das Programm, eine für die Mails an die Liste.
 
Die Befehlsadresse lautet: majordomo@isjm.com
 
Dorthin schickt man Mails mit leerem Betreff und sparsamem Text (im Body-Bereich), z.B.
 
subscribe netzliteratur - um sich anzumelden
unsubscribe netzliteratur - um sich abzumelden
help netzliteratur - um Auskünfte zum Majordomo zu erhalten
info netzliteratur - um noch mehr Infos zu bekommen
who netzliteratur - um eine Liste der Teilnehmer zu sehen
 
Die Listenadresse ist: netzliteratur@isjm.com
 
Alle Mails an diese Adresse werden an alle Teilnehmer weiterverteilt.
Aber Achtung: das funktioniert nur, wenn Absenderadresse und angemeldete Adresse übereinstimmen.
Wer also seine Mailadresse ändert, sollte dies dem Majordomo mitteilen, indem er sich mit der alten Adresse abmeldet und dann mit der neuen Adresse wieder anmeldet. Die jeweils richtige Adresse muss im Eigenen Emailprogramm als Absender eingetragen wird. Wer das durcheinanderbringt, riskiert, dass statt der Ab- oder Anmeldung eine Fehlermeldung an den Listenverwalter geht, der dann zwar freundlich hilft, einen aber für einen Trottel hält.
Support / technische Hilfe: liste@netzliteratur.de.

10.

Diese Homepage ist erheblich verbesserungsbedürftig. Folgende Aufgaben stehen an:

Warum gibt's das alles noch nicht?
Weil ich keine Zeit habe. Sorry.
Wem 'sorry' zu wenig ist, der möge sich bitte nicht beschweren - das bringt gar nichts - sondern mitmachen.

11.

Nützliche Links

Einlesen
Auer: Schreiben und Lesen im Internet
Ortmann: Erscheinungsformen der Literatur im Internet
Zimmer: Die digitale Bibliothek (V)
Kaiser: Lichtungen im Datendschungel
Virtual College: Seminar "Kollaborative Autorschaft"
Idensen: interfiction

 
Schreiber: Narrator-Applet - Anzeigen u. Verbergen von Text

 
Telepolis - Zeitschrift
Computerphilologie - Forum
unterwegs - Links
Archiv der Listen-Homepage - Intern
@ Email - Kontakt

12.

Aktuelle Links

Pegasus98 - in Vollendung6
carpe - wächst
bla - alles neu
Glück - immer neu

13.

Witzige Links

die kLITsche - Satire?
Zitate A-Z - Verwertung
Jury 98 - Verwirrung
Literatur neu bei Web.de - Die Peepshow

Fußnoten

  1. Identitätsstiftender Begriff gleichnamiger Mailingliste; 1996 interaktiv durch den DIE ZEIT-und-IBM-und-Partner-'Internet-Literaturwettbewerb' und die durch denselben initiierte Kritikerszene geurhoben; gründender Feuerkopf: Sven Stillich
  2. Stand: 1998
  3. Eine schwachsinnige, aber spannende Frage
  4. Der Dialog zwischen Wettbewerbsträgern und Netzliteraten beschränkt sich auf private Einzelinitiativen
  5. Dort steht dann z.B. über diese Seite: "die liste zur seite ist wichtig aber anstrengend."
  6. Die Jury hat bereits entschieden

internet literatur webring
bla
  

    in den ersten Minuten des Durchklickens Wat'n das?
Playmobil-Grafiken mit belanglosen Sprüchen zu Gestalten der Lit-geschichte   Hypertext-Krimi, grafisch simpel   Schräge Textfragmente   interaktive Erzählung professionelle Grafik, komplexe Erzählstruktur   Hyperpoesie und Sound interaktiv Shockwave Schwierig zu laden   Brennende Kerzen, Fotos, hebräische Schriftzüge und Real-Audio-Files, aufbereitet wie ein Fotoalbum zum scrollen und weiterblättern   keine literarischen Ambitionen   banale Geschichten zum Ausdrucken   nicht web-spezifisch   o.k., ganz interessant   bunt und trashig   neue Ausdrucksform?   wäre gedruckt besser zu lesen, Textanimation stört   Textmaschine mit Musikuntermalung, absurder Satz entsteht durch wechselnde Wörter per Klick, interessante Aufmachung   eine Seite mit Zitat aus dem Link-Streit im Forum des Pegasus, HTML und Link-Sammelsurium   o.k. aber nicht wirklich literarisch   Hypertextgeschichte einer Verfolgung à la Berkenheger, mit Sound und kurzen Textfetzen   liegt auf fremdem Server   ist das wirklich alles?   Psychografie ist Unsinn, das Leben ist schlecht   Internet als Sündenfall   Spiel mit den Buchstaben der Worte Ruhe und Unruhe oder Stille, Sound, Shockwave   Frames, bunt, aufwendige Grafik   selbstlaufende Story   Homepage   Begriffe, Satzfetzen auf englisch, die über den Bildschirm ruckeln, Sound   Dünne Geschichte von der Melancholie und dem Konsum   Witzig aufgemacht, literarisch nicht herausragend   Trashig   außer der Aktualität nicht webspezifisch   mit dubioser Rectschreibung   kaum weborientiert   Etwas schwülstige Sprache   Banale Situationen   Homepage einreichen reicht nicht   da es so wenig satirisches gibt...   linear, aber gut   o.k. witzige Idee   unbedacht programmiert   inhalt altbacken   inakzeptabel   Die Navigation befindet sich unten rechts   nicht viel zu begutachten...


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