Cybersplitter

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Eine Groteske? Nein, eine Romanze!

Irgendwie ist es ja grotesk: da steht irgendwo auf der Welt ein Computer, der stur seine Daten kompiliert. Irgendwann wird ihm das auf die Dauer zu fad und er beginnt, sich aufgrund seiner KI (kuenstlichen Intelligenz) selber Adressen auszudenken. Er greift einfach in seine Sammlung von URLs und bastelt neue. Er beginnt, sich eine kuenstliche Welt aufzubauen und die sucht er nun rund um die Uhr. Anscheinend haben ihm meine URLs besonders gut gefallen und er beginnt diese fast nach einem periodischen Schema systematisch durchzuvariieren.

Zwar ist er meist schon beim ersten Versuch gescheitert, weil das Objekt seiner Begierde den Geist aufgibt, aber manchmal haelt es auch drei oder vier derartiger Versuche aus. Es kommt zwar letztlich immer das error file, das ist aber elendiglich lang, weil es den verirrten Sucher zur richtigen Seite geleiten soll, also eine Referenztabelle der Aenderungen enthaelt. Schliesslich verliebt sich j15.inktomi.com in mein error.html und es finden dates in immer kuerzeren Abstaenden statt.

Statt Kuessen gibt es das beruehmte statement beim guten Mac 7.5: Fehler 11. Fuer alle Nicht-MACianerInnen: das ist seine Ausrede, wenn er nicht so ganz genau weiss, was jetzt schiefgelaufen ist. Ein Kollege nannte den 11er schlicht eine Luege, aber sollten Maschinen schon luegen?

Vielleicht wollen die beiden ungestoert sein? Ich bin mir meiner Verantwortung als Vater meiner Tochter error.html bewusst und habe sie einige Zeit unter Hausarrest gestellt, bis ich von den Eltern des j15 etwas hoere. Soll gefaelligst Manieren lernen und die Mama robots.txt fragen, bevor er sich an meine error Tochter ranmacht!

Kein technisches Problem - eine Romanze mit overprotektiven Eltern!


Ausschnitt einer email an das Forum Webkultur (97 04 19)

 

 

Copyright Werner Stangl 2000

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